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Anfang April, es fliegt eine Brieftaube in meinen Mailordner -> „Moped fahren in Portugal?“

 

Mein Reifenpartner Bridgestone hat mal wieder gerufen – „Die T30 Evo und der neue A40 sind da, wir fliegen kurz nach Portugal um sie euch vorzustellen, hast du Lust“?

Klar hab ich Lust, was gibt´s schöneres als mit einem Motorrad im Frühling bei angenehmen Temperaturen ein paar Kurven unter die Räder zu nehmen?

 

Samstag morgen um 4 Uhr klingelt der Wecker, ab zum Flughafen. Meine Schwägerin hat sich bereit erklärt zu fahren da meine Holde anderweitig unterwegs ist.

Schön das sie sich abends vorher einen 5 ltr. Ford Mustang gegönnt hat. Kann ich damit ja mal anfangen zu testen 🙂

Die Bahn ist leer und das Ding riegelt bei 250 km/h ab, da lob ich mir meine Kilo-Gixxe die noch ein paar 10er Schritte oben drauf legt.

 

Am Flughafen trifft man schon die ersten bekannten Gesichter welche verzweifelt versuchen ihr Flugticket per elektronischem Helfer in eine Bordkarte zu verwandeln.

Nach mehreren Versuchen klappt das dann auch und man sieht sich in Faro mit müden Gesichtern wieder.

 

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Im Hotel angekommen wurde mal wieder festgestellt das Bridgestone wie immer keine Kosten und Mühen scheut seine Händler mit feinstem Programm zu unterhalten.

Motorräder in riesengroßer Auswahl, alle mit Navi damit man auch wieder nach Hause findet, namhafte Tourguides par excellence, Freddie Spencer, das außerirdische Urgestein himself, Fotografen, Kamerateams, fertige Touren, bestes Wetter und ein erstklassiges Hotel in dem dir deine Wünsche von den Augen abgelesen werden, bestens.

 

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Am nächsten Morgen stand die erste Ausfahrt mit dem T30 EVO auf dem Programm.

Der Nachfolger des schon bekannten T30 mit verbessertem Naßgrip und höherer Laufleistung bei identischen anderen Laufeigenschaften wie Trockengrip, Handling, Laufruhe etc.pp.

Man spricht hier von guten 10% Plus zum Vorgänger, welcher bekanntermaßen schon nicht von schlechten Eltern ist. Auf meiner 12er Bandit in 120/180 und der 11er GS in 110/150 funktioniert er hervorragend, beide Mopeds schon mit Wilbers Komponenten höher gelegt bringen den alten T30 einfach nicht an seine Grenzen.

Was nun? Wasser auf der Straße wird es nicht geben, Laufleistung wird nicht getestet an diesem Wochenende. So kommt es also wie ich mir es von vornherein gedacht habe, ich fühle mich zu Hause auf dem EVO.

 

Da zu spät, ziehe ich den Schlüssel einer 800er Fazer von Yamaha für den ersten Rundkurs über ca. 130KM. Ein bequemes Alltagsmotorrad mit 106PS, ABS und guter Bremse.

Die Tourguides machen ihren Job und führen uns über gute Landstraßen sowie Autobahn zu einem engeren Geläuf. Geradeauslauf und Laufruhe = Top, interessiert mich aber nicht weiter.

In den engen Ecken sortiert sich das Feld nach ein paar Kilometern automatisch in zügige und gemütliche Fahrer um. Weiter vorne angekommen hab ich dann so einen verrückten Kollegen vor mir der nichts anderes zu tun hat als

im Hanging Off sämtliche Kurven zu fahren, schaut lustig aus bei den Geschwindigkeiten, aber was bringt´s? Nix, Weltmeister wird man hier nicht und ich mit meinem Altherrenstil falle eh nicht auf.

Den T30 EVO juckt das alles nicht, er zieht unter mir seine Runden ohne Mucken, verzeiht dem Moped sein bescheidenes Fahrwerk und ist unauffällig in allen Lebenslagen Herr der Straße.

 

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2 Stunden zu früh zurück (Mittagspause ist erst um 13 Uhr) sag ich zu Tim Röthig „Noch ne Runde? Ich will fahren.“

„Klar, kein Ding. Wer fährt sonst noch mit?“ Kommt doch als erster der verrückte Hanging Off Kollege und ich erkenne ihn ohne Helm nun auch wieder. Der Außerirdische namens Freddie Spencer.

Die darauf folgende Unterhaltung mit ihm auf Englisch lief darauf hinaus das er sagte „Ich hab gesehen was du hinter mir gedacht hast, ich kann aber nicht anders 🙂 “

Ein lustiger Geselle der Kerl (unten Bildmitte), mehrfacher Weltmeister und wie es scheint ist er auf dem Boden geblieben ohne irgendwelche Höhenflüge.

 

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Für die 2. Runde nehme ich mir eine MT09, ebenfalls von Yamaha. Ich war mal wieder Letzter und hatte keine Auswahl mehr.

Sitzposition gefällt mir nicht, zu nah am Tank, Rasten zu tief und zu weit hinten, ich komme mir vor als müßte ich eine Supermoto bewegen.

Das beste an dem Teil ist der 116PS Drilling mit seinem Porsche ähnlichem Sound und die Bremse. Die allerdings ist so gut das die Gabel damit ein Problem hat.

Da die Runde nun etwas zügiger abläuft und die Stopper heftig beißen geht hier die Gabel ständig auf Block, billiger geht´s nimmer. Den vorderen T30 EVO juckt das nicht, er steckt das klaglos weg.

Hinten hat das Federbein Probleme mit Löchern in den Straßen, da hat das ein oder andere mal das Heck seine Spur verloren um dann nach Ruhigstellung des Dämpfers wieder vom EVO eingefangen zu werden.

Was Yamaha da eingebaut hat ist eigentlich für deutsche Verhältnisse und dem heutigen Stand der Technik eine Unverschämtheit.

Zum Glück konnte ich hier nun mal selbst „erfahren“ was die bei mir in der Werkstatt stehenden MT-Kunden mit „bescheidenes Fahrwerk“ meinen.

 

 

Mein Fazit zum T30 EVO?

Die hauptsächlich zum Vorgänger verbesserte Eigenschaft des Nassgrip war für mich leider nicht zu testen da wir nur blauen Himmel hatten.

Dies und den noch kürzeren Bremsweg zum T30 mit dem Bridgestone schon im letzten Jahr die Meßlatte ziemlich hoch gelegt hat nehme ich ihnen einfach mal so ab.

Geradeauslauf bei 160 km/h und mehr mit einem Nakedbike wie der MT09 sind kein Problem, kein Pendeln und keine Unruhe feststellbar, auf der verkleideten Fazer sowieso nicht.

Das Vorderrad fühlt sich handlicher an als beim Vorgänger der auf meiner Kult-Bandit läuft, in die Ecken reinbremsen ist unspektakulär, ein Aufstellmoment dabei ist fühlbar, liegt für mich aber im vernachlässigbaren Bereich.

Das hintere Gegenstück dazu läuft unauffällig mit, verrichtet seine Arbeit auf diesen Fahrzeugen mit immer ausreichend Haftung und zeigt bei den teilweisen gelöcherten Straßen wer die Fuhre wieder in die Spur bringt.

Die unterdämpften Yamaha Federbeine sind es mit Sicherheit nicht.

 

Mich wird der T30 EVO auch die nächste Saison wieder auf der Bandit begleiten, die auf T30 stehende BMW 1100 GS wird umgerüstet auf den neuen A40, warum lest ihr im nächsten Bericht.

Die Kilo-Suzi bekommt nun den RS10 spendiert und wird dann eine Woche auf Sardinien mit geplanten 2 – 2.500 KM gequält, ob das funktioniert………..dazu im September mehr.