„Motorradreifentest durch Endverbraucher für Endverbraucher

In der KW41/42 – 2010 (Mitte Oktober 2010) möchten wir zusammen mit den großen Motorrad-Reifenherstellern einen unabhängigen Motorrad-Reifentest durchführen.
Geplant ist, mit einheitlichen Motorrädern eines Großserienherstellers eine Motorradtour von rund 3500 km abzuspulen und auf einer Rennstrecke in Südeuropa einige zügige Runden zu drehen.
Die Motorräder werden alle 100 km innerhalb der Gruppe getauscht um in Sachen Verschleißverhalten ein vergleichbares Ergebnis zu bekommen.

Getestete Reifen werden sein………

Bridgestone: BT016 (Nachfolger), BT023
Continental: Road Attack 2, Sport Attack
Dunlop: Roadsmart, Sportsmart
Metzeler: Z8 Interact, M5 Interact
Michelin: Road 2, Power Pure
Pirelli: Angel ST, Diablo Rosso

auf……..

4x Suzuki GSX-R1000
8X Suzuki GSX1250FA“

So lautete die Ausschreibung eines der größten Online-Reifenhändler „http://www.mopedreifen.de

In Verbindung mit Suzuki Deutschland, die freundlicherweise die Fahrzeuge zur Verfügung stellt beginnt die Tour am 15.10.2010 in Bensheim.

Der Tourplan sieht folgendermaßen aus…………

1. Übernachtung CH – 8750 Klöntal
2. Übernachtung I-25050 Zone (Bs)
3. und 4. Übernachtung Nähe Mugello
5. Übernachtung Laggo di Garda
6. Übernachtung Nähe Bozen

Abends dann jeweils die Nachbesprechung und Briefing mit den Technikern der Reifenhersteller sowie Auswertung der Eindrücke zu den einzelnen Reifen.

Als Mitstreiter und Tourguide anwesend sind Tim Röthig, Testfahrer von Bridgestone und 24Std. WM-Aktiver, sowie Herbert Kaufmann, Metzeler Testchef und ehemaliger IDM-Fahrer.

Für die vier mit Sportreifen ausgerüsteten Suzuki GSXR1000 zuständig sind:
Rudi Mayr, Karl Ensmann, Marco Salathe und Ralf Stecker.

Die acht Suzuki GSX1250FA, ausgestattet mit den Tourenreifen werden pilotiert von acht erfahrenen, langjährigen Straßenfahrern, ausgesucht von Suzuki Deutschland und den Reifenherstellern.

Freitag, 15.10.2010

Endlich ist es soweit, Treffpunkt Suzuki in Bensheim um 08:00 Uhr
Die 11 anderen Kollegen trudeln langsam ein, den ein oder anderen kennt man schon aus der virtuellen Welt, aussehen tun sie aber alle anders als die eigene Vorstellung das einem selbst vermittelt hat.

Der Eventchef von Mopedreifen.de, der Bodo und seine zwei Mitarbeiterinnen mit dem Service-Truck sind ebenfalls pünktlich. Tim Röthig von Bridgestone lungert schon in der Suzi-Werkstatt rum und baut sich nen Navihalter an die Bandit.
Kurz danach schaukelt Herbert Kaufmann von Pirelli/Metzeler auf einer BMW R1200RT daher. Gewachsen ist der Kaufmann in den letzten Jahren auch nicht mehr, er kann kaum über die Scheibe gucken.

Also dann mal alle Mann ab in die Schulungsräume von Suzuki, viele neue Gesichter hier. Von den alten Haudegen mit denen ich die 80er und 90er unsicher gemacht habe sind noch genau 2 dabei, der Rest ist entweder in Rente oder kümmert sich mittlerweile andere Dinge als Motorräder.
Folgend ein ca. 1 stündiger Vortrag über den Werdegang der Suzuki Familie, ein paar technische Details über die bereitstehenden Gixxen und Bandits, ein paar Becher Kaffee und ein bisschen Lächeln für das TV-Team.

„So“, sagt der Chef, auf nach nebenan denn „Rukka“ ist eingetroffen. So werden wir noch von oben bis unten mit wasserdichtem Material versorgt, Thermounterwäsche, Handschuhe, alles was das Herz oder die anstehenden Temperaturen begehren.

Nun zum Ablauf, meinereiner und drei weitere Kollegen werden nur auf der Gixxe unterwegs sein und Sportreifen fahren.
Die anderen acht dürfen sich auf verkleideten und nackten Bandits mit den Tourenreifen durchs Gebirge schlängeln. Alle 100 Km Pause zum pinkeln und Moped wechseln, Eindrücke schriftlich festhalten und weiter „testen“.

Das war heute genau der richtige Tag um sich ein Urteil zu erlauben.
100Km Autobahn, Moped wechseln. nochmal 50km Autobahn, 50Km Landstraße, wechseln. Na dann, genaueres sagen kann man nicht, iss aber auch egal denn mein Test fängt erst in Mugello an.

Zumindest weiß ich das meine Probanden a´la Metzeler M5 Interact, Pirelli Diablo Rosso, Michelin Pure „A“ und der BT016 Pro auch im Dunkeln bei 5 Grad Außentemperatur genutzt werden können. Nach guten 450Km Schneckentempo und ziemlich tiefen Temp.Anzeigen durch den Schwarzwald am Titisee vorbei, über Schaffhausen ins Klöntal der Schweiz bin ich froh endlich am Etappenziel zu sein. Ein 6Std. Rennen ist Peanuts gegen eine 450Km Tour mit 15 Mopeds und ne 80er Begrenzung in der Schweiz.

Morgen über die Berge Richtung Gardasee, warm wird es.

Samstag, 16.10.2010

6:30 Uhr Nebel
7:00 Uhr Regen
8:00 Uhr Abfahrt bei 6 Grad Temperatur
Die nächsten 80km auf dem Pirelli Diablo Corsa…………das Kaltlaufverhalten ist total für´s Gesäß, störrisches Einlenkverhalten, wenn dann die Schräglage erreicht ist muß immer Gegendruck auf den Lenker ausgeübt werden damit die Gixxe die Linie hält. Nach 15km wird es besser, die für die Gegebenheiten erreichte Betriebstemperatur reicht langsam aus um Vertrauen zu gewinnen, Schräglage und Geschwindigkeit werden erhöht, so sollte sich ein Reifen anfühlen. Spurrillen, Bitumenflecken und Flickenteppiche machen dem Pirelli nix aus.
„Chur“ in der Schweiz ist erreicht, der Regen hat aufgehört, die Straße ist trocken, die 6 Grad Marke aber noch nicht überschritten.

Weiter geht´s auf dem neuen BT016 Pro. Da der Kollege den schon warm gefahren hat bleibt mir zum Kaltlaufverhalten nix zu sagen. Drauf setzen und zu Hause fühlen.
Jede Menge Kurven Richtung Julierpass, Straße trocken und angasen. Na, was soll ich sagen? Linie denken, Lenkimpuls und das Moped fährt den Rest der Kurve von alleine. Keine Kurskorrektur nötig, keine Drücken oder ziehen am Lenker notwendig um die Linie zu korrigieren. Auf der Bremse in die Kurve einlenken, kein Ding. Hahn auf und raus aus der Ecke, egal ob der 2. oder der 1.Gang an der Kette zieht, kein Zucken, kein Rutschen sondern einfach nur vorwärts. Da hat Brückenstein nen schönen Nachfolger aufgelegt.
Mittlerweile ziehen wir den Julierpass nach oben, die Anzeige bei 2284 Höhenmetern zeigt etwas von -3 Grad, die ersten Schneeflocken fallen vom dunklen Himmel und meine Fingerspitzen fangen an sich zu beschweren. Egal, gleich gehts abwärts nach St. Moritz, da muss es wärmer sein.

Pinkelpause an der Tanke von St. Moritz, ich pinkle Eisklumpen und die weißen Flocken schieben sich angetrieben vom leichten Wind, wie das Auge eines Hurricans über die noch trockene Straße.

BT016 Pro,bis jetzt mein Favorit.

Wechsel auf Michelin Power Pure, vorne Gott sei dank in Kennung „A“
Von St. Moritz geht´s jetzt über die Berge nach Italien, da muß es warm sein.
Rumms macht es und der Himmel öffnet seine Schleusen. Aus den Schneeflocken werden Regentropfen, die Straße wird zur Schmierseife und die Suppe läuft mir hinter das Visier.
Irgendwo hab ich mal gelesen das der Michelin ein guter Regenreifen ist. Wenn dem so ist dann brauch ich mir ja keine Sorgen machen. Und, nach ein paar Kilometern sind wir schon Freunde. Einlenken geht ebenfalls von alleine, das Ding hält die Linie und verlangt genauso keine Korrekturen wie der 16er, das Gripgefühl ist 1a in der Ecke und beim Angasen. Mittlerweile in Italy zeigt das Thermometer endlich geschmeidige 15 Grad an, es regnet aber trotzdem noch.

Tim Röthig, Testfahrer und Marketing-Mensch bei Brückenstein fährt als Guide direkt vor mir mit ner 1250er Bandit. Hier mal auf dem Hinterrad, das nächste mal quer aus der Ecke, Moped anstellen vor der Ecke, ich hatte genug Spaß dahinter.
Morgen früh geht´s weiter auf dem Metzeler M5, mal sehen.

Zur 1000er Gixxe Modell 2010:
Bequemes Reisemotorrad für die hart gesottenen Gesellen unter uns, Leistung im Überfluss wenn man sie braucht und Willens ist aus den Ecken raus auch mal den 1. Gang zu nutzen. Die Bremse im Nassen ist auf den ersten Bremsmetern eine Katastrophe, bis das Wasser von der Scheibe ist geht garnix und dann kommt durch den erhöhten Bremsdruck auf einmal der Bremsfallschirm. Das Beste, die Laufruhe und der Sound.
Morgen abend sind wir in Mugello.

Sonntag, 17.10.2010

6:00 Uhr Regen
7:00 Uhr Regen
8:00 Uhr Regen
Guckt man aus dem Fenster dann sieht man 300 Höhenmeter weiter oben schon alles von weißem Schnee bedeckt.
Aufgrund der aktuellen Wetterlage und der miesen Vorhersage einigen wir uns auf die schnelle Anfahrt nach Mugello. Soll heißen, ab auf die Autobahn.

Gestern abend nach der 100kg schweren Fleischplatte hatte ich die grandiose Idee es den Gixxer Kollegen schmackhaft zu machen nicht alle 100km das Moped zu tauschen sondern nur noch täglich. Hat den Vorteil das man sich aufgrund der Wetterkapriolen ein besseres Bild vom Reifen machen kann. Kalter Reifen, trocken, Regen, Kurven und damit alles auf einmal. Die ewige Wechslerei bringt keine genauen Erkenntnisse auf der Straße.
So steht heute der Metzeler M5 Interact auf dem Programm.
Sofort merkt man ihm die Zugehörigkeit zur Pirrelli Gruppe an, genau die gleichen, schlechten Kaltlaufeigenschaften wie der Pirelli. Einlenken nur mit Widerwillen, wenn in Schräglage dann muß wieder Gegendruck ausgeübt werden weil ansonsten das Vorderrad sich seinen Weg nach innen von alleine sucht. Kacke das.
Nach 10 bis 15km auf nassem und kaltem Asphalt und erreichter Betriebstemperatur ändert sich dieses Verhalten wieder in den gewünschten Zustand des neutralem Lenkverhaltens.
Nach 30km ist die Autobahn erreicht,hier stehen jetzt 280km gebückte Haltung bei starkem Regen an. Die von Rukka gelieferten Goretex Klamotten sind erste Sahne, alles Wind- und Wasserdicht und vor allem sind die Dinger sauwarm. Ich glaube das ich mir da nen Satz von kaufen werde. Einsteigen und wohl fühlen kann ich nur sagen.
Zum Reifen gibt´s nicht mehr viel zu sagen, Autobahn eben. Geradeaus brennen können die Dinger heute alle. Heutzutage sind die Reifen alle auf einem so hohen Standard das die Unterschiede im gemäßigtem Straßenbetrieb eh nur hinter dem Komma auftauchen. Betriebswarme Reifen vorausgesetzt, kein Shimmy, kein Kickback, super Geradeauslauf, Linie halten in Kurven auf der Autobahn, alles kein Ding.
Kurz vor der anvisierten Tankstelle fährt noch ein Banditfahrer das Ding trocken,wie geht das nur wo ich doch den ganzen Tag nur mit einer von acht Einspritzdüsen die Zylinder flute.
Trotzdem kommen wir nach 260km Autobahn kurz vor Mugello aus dem letzten langen Tunnel und die Sonne lacht uns ins Gesicht, endlich mal 14 Grad, die Handschuhe können trocknen und die eisgekühlten Bommerlunderfinger tauen wieder auf.
Runter von der Bahn, kurz an der Rennstrecke vorbei Richtung Hotel. Na ja, ist kein Hotel, eher eine Residenz in der Tosacana. Apartement pro Nacht = 470€, da hat sich der Chef und Organisator von Mopedreifen.de nicht lumpen lassen.

Wenn´s dann morgen trocken bleibt dann kommen endlich mal konkrete Aussagen zu den Supersportreifen, ich denke das dann der ein oder andere Reifen von mir anders bewertet wird.
„Supersport“ der Name ist Programm, also wird´s morgen hoffentlich heftig schnell.

Montag, 18.10.2010

Mugello lasst grüßen, leichte Wolkenbildung, kühle 14 Grad und trocken.
8:00 Uhr Einfahrt ins Fahrerlager, Cheffe geht ins Rennbüro und kommt grinsend zurück.
„Typisch Italien, alles easy hier. Der Veranstalter kommt gegen 8:45 und um 9:00 können wir auf die Strecke.“ Abnahme,blabla, Hauptsache Kohle kommt rüber.
Na denn, wofür sind wir heute hier? Straßenreifen unter verschärften Bedingungen testen und nicht auf die Fresse fallen. Das erste mal in Mugello entscheiden wir uns für 2 Turns hinter Tim Röthig um den Kurs erst mal kennen zu lernen. Hinter Tim heißt, er fährt die 1250er Bandit mit BT021 Uraltpellen, ein Resümee zu den Reifen erspare ich mir weil wir einfach nur einrollen gespielt haben. Was ich aber sofort weiß, Mugello lässt sich nicht so einfach erlernen, viele blinde Ecken und Kuppen womit ich den ganzen Tag Probleme habe. Bremspunkte finden artet in Roulette aus und damit steigt automatisch meine Bewunderung für die Profis aus der MotoGP und SBK-WM.
Zwischendurch haben wir eine Gixxe mit 3 GoPro Hero ausgestattet, vorne, hinten und eine mit Blick auf den Helm des Fahrers. Später haben wir die 3. Cam an meinem Helm mit Blick nach vorne platziert. Bin mal gespannt was das TV-Team daraus schneidet.
Und nu, alle Angaben sind meine Meinung zu den Reifen bei ca. 14 Grad Außentemperatur mit 4 verschiedenen Reifen auf 4 verschiedenen Gixxen auf der Rennstrecke. Fahrwerkstechnische Unterschiede kann ich nicht ausschließen, Änderungen am Fahrwerk waren nicht gewünscht da der Straßenfahrer im Regelfall eh nicht weiß was er wo und wann drehen soll, alle Reifen wurden mit einem Luftdruck von 2.5 vorne und hinten gefahren.
Vorweg, Metzeler M5 Sportec und der Pirelli Diablo Rosso fahren sich für mich absolut identisch. Im kalten Zustand in der ersten Runde beim einlenken ziemlich nervös am Vorderrad, die Dinger brauchen eine hohe Einlenkkraft über den Lenker und beim angasen aus den Ecken stellt sich leichtes Übersteuern ein. Dieses Phänomen beseitigt sich mit steigender Reifentemperatur von ganz alleine, dann geht alles flüssig von der Hand und ausreichender Grip an der Hinterhand schreit nach immer schnelleren Zeiten. Wird man schneller haben leider beide Reifentypen die Unart in den schnellen Schikanen eine Unruhe an der Hinterhand zu zeigen, Stabilität ist etwas anderes. Gleiches gilt für den Bremspunkt nach der langen Geraden, Tacho auf knappen 270 und hinter dem 200mtr. Schild den Anker schmeißen quittieren die beiden mit leichtem Rühren um die Hochachse.
Michelin Pilot Power Pure, gewünschter Nachfolger vom 2CT hat ja in der Gunst der meisten Kunden nicht so gut abgeschnitten. Laufleistung für´s Gesäß, abkippende Vorderräder bei erhöhter Schräglage. Jetzt haben wir hier aber den Vorderreifen mit Kennung „A“ montiert. Was das anders ein soll? Keine Ahnung. Von Michelin war keiner dabei bei diesem Event. Meine Meinung………..kalter Zustand, eine Katastrophe. In der ersten Runde klappt in den Schikanen jedes mal der Vorderreifen ein, die ganze Fuhre benimmt sich wie ein nicht gezähmter Hengst und bringt mein Adrenalin in Höchstform. Ab der 2. Runde ist auch dieses Problem beseitigt, der Reifen suggeriert Souveränität und lässt die Zeiten purzeln. Einlenken stabil, beim raus beschleunigen Ruhe in der Fuhre, keine Wackelei am Moped in den schnellen Schikanen, Vertrauen ist da. Eine kleine negative Bemerkung folgt leider doch noch………..wenn das Ding heiß gefahren ist und es geht in die letzten 5 Runden eines Turns dann will das Hinterrad nicht so wie ich es gerne hätte. Übersteuern in lang gezogenen Kurven a´la die Links auf Start-Ziel ist nach noch easy zu kontrollieren, wenn aber aus den Schikanen raus das Moped plötzlich hinten einnickt (nicht einschläft) dann hab ich ein Problem damit. Kein Gripverlust, eher ein einklappen der Seitenwand würde ich sagen. Übersteuern auf Rodeoart sozusagen. Boingboingboing-glubschglubschglubsch. Nicht mein Fall um schnell zu sein.
Bridgestone BT016 Pro, Nachfolger vom ersten BT016 der ja leider in allen Tests nicht gut abgeschnitten hat, Probleme im Nassen an den Tag legte und von der Laufleistung her eher mies war.
In Mugello geht´s heute weiter mit dem guten Eindruck den er schon auf der Straße gezeigt hat. Ab dem ersten Meter neutral, souverän und Grip zum sofortigen Angasen. Linie denken, Moped fährt dahin, korrigieren der Linie wenn nötig geht mit einer leichten Aktion über den Lenker wie von alleine. Kein Aufschaukeln oder pumpen des Motorrades in den schnellen Ecken und keine nachlassende Performance bis zur letzten Runde. Was mich am meisten beeindruckt ist die Ruhe auf der Bremse am Ende der Start-Ziel. Ich weiß nicht ob ich mit meinen Slicks später bremsen würde. In die Ecken reinbremsen habe ich mit allen Reifen bewußt unterlassen um die Gixxen nicht zu versenken.
Einhellige Meinung aller Gixxer-Tester in Mugello, bester Reifen der BT016 Pro. Für den Straßentest wird das Ergebnis nicht anders ausfallen, das weiß ich durch die abendlichen Gespräche schon heute.

Weiteres zur Rennstrecke Mugello:
Zuerst mal fahren hier genauso bekloppte Tifosi auf der Renne wie bei uns die Deutschen. Ich hab mich also wie zu Hause gefühlt.
Jetzt stehen da im Fahrerlager 8 Bandits und 4 Gixxe mit Heppenheimer Kennzeichen, eine BMW R1200RT mit Münchner Tafel und knapp 20 Personen in bunten Rukka Klamotten.
Mitleidige Blicke der Jungs mit ihren grünen Kawas, blaue Gixxen, R1en und jede Menge Aprilia RSV Modelle. Schalldämpfer die man bei uns nicht kennt und schon im Stand jede Geräuschmessung bei uns sinnlos machen würden.
Es hat also nicht lange gedauert bis die Slickbereiften Italiener merken mußten das ein Herbert Kaufmann auf einer 1200RT (die Koffer hat er extra nicht montiert, die setzen auf) in der Lage ist am Ende der Start-Ziel (vorher wird er natürlich gnadenlos überholt) 3 Mann auf einmal auszubremsen und dieses Wohnzimmer als erster in die Rechts zu schmeißen. Über Tim Röthig auf der Bandit brauchen wir nicht lange sprechen, der hat damit auf den alten BT021 schon 75% der Jungs in allen Ecken nass gemacht.
Mittags kam der Chef von mopedreifen.de zu mir und sagte „Jetzt hast du hier im Fahrerlager gar keine Freunde mehr“
„Warum?“ fragte ich.
„Na weil die nach jedem Turn vorbei kommen und fragen ob wir wirklich noch mit Straßenreifen rumfahren“
Soll heißen, die aktuellen Straßenreifen funktionieren auf der Renne wie ne Sau, irgendwann ist zwar auch da mal das Ende erreicht, bis dorthin können aber Rundenzeiten hingelegt werden die manchem Hobbyrennfahrer die Tränen in die Augen treiben.
Ich hab ja schon erwähnt das bis auf den BT016 die anderen 3 Marken die ersten 1-2 Runden sehr diffizil zu fahren sind. Leider wurden genau aus dem Grund die Michelin- und Pirelli Gixxe in Mugello versenkt, zum Glück reparabel. Beide in der ersten Runde des 2. und 3. Turns mit kalten Reifen.
Egal, alle Knochen sind heile und das ist die Hauptsache.
Hat Spaß gemacht den Italienern zu zeigen was man mit Serienmoped und Straßenpellen so reißen kann.

Die Hinterräder nach Gebrauch in Mugello,
Reifenfolge –> Bridgestone, Metzeler, Michelin und Pirelli.

Dienstag, 19.10.2010

Heute war ein ziemlich langweiliger Tag. Verbindungsetappe von Mugello zum Gardasee über 310Km Langstraße, ein – zwei Pässe, in Imola nen kurzen Boxenstopp um Ducati dort testen zu sehen und den Rest dann Bundesstraße, also kein Statement zum Reifen.

Mittwoch, 20.10.2010

die letzten zwei Tage hatten wir ja immer noch gute 870 Km vor uns. So entschieden wir uns für einen Stop im 450km entfernten österreichischen Örtchen Imst.
Der Weg dorthin führte mich auf der M5 Sportec bereiften Suzi westlich am Gardasee vorbei.
Schöne Pässe über die Berge mit zeitweise 30 minütigen Sprints an hunderten Schildern namens Tornante in Verbindung einer Zahl von 2-8 oder so, machten Spaß und weckten Erinnerungen an die alten Zeiten als ich hier in den 80ern noch mind. 1 mal pro Monat die FJ1100 lang gescheucht habe. Zeit müßte man haben.

Hier zeigte der Metzeler M5, der sich für mich genauso fährt wie der Pirelli Diablo Rosso das er mit zunehmender Laufleistung nur noch mit Druck auf den inneren Stummel um die Kurve gefahren werden kann.
Ist dann der Scheitelpunkt erreicht kann nur durch Öffnen des Gasgriffs die Eigenart des in die Kurve fallens vermieden werden. Ziemlich anstrengend das ganze.

Der Weg führte zum Rechenpass, der letzte Kaffee in Italien wurde genutzt um sich langsam aufzuwärmen, die Sonne versank hinter den Bergen deren Spitzen teilweise schon weiß vom Schnee waren.
Die letzten 78km zum Pass blieben trocken, oben noch ein kurzer Stop um den meisten Teilnehmern das überstülpen warmer Klamotten zu ermöglichen. Ich kramte die dicken Winterhandschuhe raus und ging mal wieder Eisklumpen pinkeln.
Vlt. waren es auch nicht die Eisklumpen sondern die Schneeflocken die ich sah und damit ankündigten das es gleich noch lustig wird.
Wir fuhren also durch leichtes Schneetreiben welches ich nur im Scheinwerferlicht erahnen konnte, das Visier war dicht und ich fuhr einfach dem Rücklicht meines Kollegen hinterher. Die Gicht des Vorfahrenden trübte den Blick zudem noch zusätzlich und ließ die Winterhandschuhe nass und kalt werden.
Nach gut 1,5 Std. durch diese Suppe fuhren wir in eine beheizte Tiefgarage des Hotels und ich dachte „Gut, morgen brauchst du keine Heizdecken so warm wie es hier ist“.
Das lag aber wohl eher an meiner Unterkühlung mangels Sitzheizung. Herbert Kaufmann auf seiner R1200RT war mit keinen guten Worten oder Geld dazu zu bewegen doch mal wieder Gixxe zu fahren.
Der Sack kam an der Tanke auf mich zu, hielt mir die Hände ans Gesicht und meint nur „Du Depp, ich habe Griffheizung, Sitzheizung, Radio und ein verstellbares Windschild, du wolltest doch Gixxe fahren“.

Was habe ich vermisst? Die heiße Badewanne, klar. Ein warmes Essen, klar.
Nicht vermisst habe ich den Grip am Metzeler M5 adäquat zum Diablo Rosso, von diesem Gesichtspunkt aus ob trocken oder nass, kalt oder Sonne, reicht der vollkommen für den Straßenfahrer aus.

Donnerstag, 21.10.2010

Den letzten Tag haben wir als Schlußetappe mit noch 70Km Landstraße über den Fernpass und 350km Autobahn geplant.
Gut, 20cm Neuschnee am Fernpass machten das Frühstück nicht gerade besser. Das einzige was mich fröhlich stimmte war das wir vier Gixxerheizer erwachsene Leute sind und uns morgens nicht um den Schlüssel für die BT016 bereifte Suzi prügelten. Irgendwie hab ich für den letzten Tag dann das passende Streichholz gezogen und bekam die weiße „25 Jahre Edition“ mit Nr.661 von 1000 mit dem Brückenstein.
Der Fernpass war wie schon gewußt die Nacht über zum weißen Schloßpark mutiert, dementsprechend waren die Straßen mit Salz getränkt um uns eine gemütliche Überfahrt zu gewährleisten.
Oben auf dem Pass im Schnee noch ne kleine Fotosession mit dem Fernstein Schloß und auf zur letzten Tanke vor der Grenze.

Hier kam so langsam die Sonne hervor und die Handschuhe fingen an ihr aufgesogenes Wasser in Form von Dampfschwaden an die kalte Luft abzugeben.

Nun ging es nur noch auf der Autobahn Richtung Bensheim. Die Tourer gaben die Geschwindigkeit vor und pendelten sich bei 160 – 180 km/h je nach Verkehr ein.
Wir Gixxer als Lumpensammler am Schluß der Horde fuhren zwischenzeitlich auch mal 280 km/h um wieder aufzuschließen, eigentlich das einzige was warm und wach hält.

Auch hier ist der BT016Pro nach 6 Tagen und 2600km immer noch für mich der Favorit. Er lässt sich noch genauso easy einlenken wie im Neuzustand, langgezogene Kurven auf der Bahn verlangen nicht nach eine Korrektur über den Lenker, er hält die Spur dann ohne jeglichen Druck auf den Lenker. Hätte ich einen Tempomat besessen dann hätte ich in den aktiviert und wäre ohne nachzulenken um die Autobahnkurven gebeamt worden.

In Bensheim dann noch die ganzen Abschlussmessungen der Profiltiefen, Rückgabe der freundlichen Leihgabe an Rukka, heißen Kaffee mit Smalltalk, und noch viel Spaß beim erzählen mit den Kollegen und Veranstaltern.

Resümee

Ich werde in den nächsten Tagen noch etwas genauer auf die Bewertung der Reifen eingehen wenn ich alle Ergebnisse vorliegen habe. Etwas zur GSXR1000 L0 werde ich schreiben, meine Meinung zu der Rukka-Bekleidung etc.
Vorweg nur zum BT016 Pro, Profiltiefe bei der Abfahrt waren 4,5mm im Neuzustand. Jetzt nach 2600km wurden gestern 4,1mm gemessen. Macht euch nun selbst eine Meinung zum Verschleiß des neuen Pro-Modells.

Da jeder weiß ich das ich Bridgestone Fahrer bin ist meine Meinung also auch nur meine alleinige zu allen Reifen.
Wenn ich die Links zu anderen Foren habe in denen darüber berichtet wird werde ich die hier einstellen und ihr könnt die Meinungen der anderen auch lesen.

Ich war dabei um Sportreifen für Straßenfahrer zu testen, für die Tourensportler waren andere Fahrer und Motorräder zuständig. Die Links und Bewertungen dazu werde ich ebenfalls hier zur Verfügung stellen.

Warum dieser Reifen nicht, warum das nicht? Entschieden haben die Hersteller die das ganze mit Suzuki und der Fa. www.mopedreifen.de auf den Weg gebracht haben.
Michelin Pilot Power war natürlich dabei, aber auf der GSX1250FA. Der zählt nicht mehr zu den Sportreifen weil der Power Pure auf dem Markt ist.
Usw. usw. usw. Ich hätte mir auch mehr Reifenmodelle gewünscht, nur sind irgendwo Grenzen gesetzt.

Es ging einfach darum die in der Presse stattfindenden Reifentests die bei jeder Zeitschrift anders ausfallen entweder zu bestätigen oder zu widerlegen.
Ein Test von „normalen“ Straßenfahrern auf normalen Motorrädern unter normalen Straßen- und Witterungsverhältnissen.
Alles mit dem von den Herstellern vorgegebenen Luftdrücken und mit 50er Querschnitt auf öffentlichen Straßen.
Wer nie auf die Renne geht kann meine Meinung aus Mugello gerne überlesen.
Wer mir demnächst erzählen will das einer der von mir gefahrenen Reifen auf der Straße ein Gripproblem bei nassen oder trockenen Verhältnissen hat der gehört dann entweder auf die Rennstrecke oder in eine Klappsmühle.
Wer mit den Eigenheiten eines Metzeler oder Pirelli klar kommt, warum nicht?
Wer mit dem Kaltlaufverhalten des Michelin klar kommt und einen Regenreifen mit Kennung „A“ am Vorderrad braucht, warum nicht.
Wer meine Empfehlung für den BT016 Pro als Alleskönner und Handlingwunder annehmen möchte, warum nicht.
Das Thema Laufleistung ist Schnee von gestern, so wie ich das sehe bei allen 4 Herstellern und zumindest bei mir.

Hier einige Bilder der Vorderreifen nach knappen 3000Km Laufleistung in der Reihenfolge –> Bridgestone, Metzeler, Michelin und Pirelli.

Rukka

Rukka Motorradbekleidung, bis heute ein von mir vernachlässigter Bekleidungshersteller da ich seit über 20 Jahren nur noch BMW-Bekleidung für die Tourenabschnitte meines Straßenfahrens benutzt habe.
Jetzt stellte Rukka freundlicherweise für den Reifen-Master 2010 die Bekleidung zur Verfügung.
Upps, da schimmert etwas gelbes im Umkleideraum. Haben will, ist zufällig auch noch in Größe 54 und dementsprechend von mir sofort eingesackt.

Meine Thermounterwäsche und der Wolfskin Fleece passen perfekt unter die Jacke, die nächsten 6 Tage mit allen Widrigkeiten die uns Mopedefahrern zuteil werden können brachten diese Bekleidung nicht in Schwulitäten. Meine anfänglichen Schwierigkeiten mit dem „Gore Lockout Closure System“ als Reißverschlußersatz lagen eindeutig an meiner Unfähigkeit das System zu verstehen. 2 ruhige Anläufe des netten Rukka-Kollegen brachten die Erleuchtung und mir eine wohlig warme und absolut trockene Tour. Ich habe zu keiner Zeit an mehr Unterwäsche oder zusätzliche Pullover gedacht. Nichts hat gekniffen, nichts ließ irgendwie den Verdacht einer Undichtigkeit aufkommen. Das ich zeitweise 3 Paar Handschuhe am Tag brauchte weil das vollgesogene Leder einach meine Finger unterkühlte lag an meiner bescheidenen Meinung das es in Italien ja immer warm ist.

Von mir aus also absolut empfehlenswerte Motorradbekleidung für die Damen und Herren die auch im Winter bei Schnee und Minusgraden nicht auf ihr Hobby verzichten möchten. Gefahren habe ich die Armas Jacke und die SRO Edison Hose.

Weiter Info unter Rukka in Deutschland

Hier noch einige Statements der Kollegen

Thomas aus dem Honda-Board hat geschrieben:

Reifen testen ist echt ein Knochenjob, den ganzen Tag fahren in den ödesten Teilen Europas (Toscana ), Übernachten in heruntergekommenen Hotels ( 4 Sterne ), das Abendessen dauert ewig ( 4 Gänge ) und dann bekommt man noch nicht mal Geld dafür.

Nen ausführlichen Bericht werde ich in der nächsten Woche erstellen.

Vorab mein Fazit,

die aktuellen Tourensportreifen aller Hersteller sind durchaus dafür geeignet im Herbst bei wiedrigem Wetter, mit einem braven „Tourer“ eines Japanischen Herstellers ( dessen Namen ich hier nicht nennen darf) in südliche Gefilde zu fahren.
Um dann vor Ort an einem Renntraining teilzunehmen und die italienischen Hobbyrennfahrern mit ihren Slickbewehrten „Rennhobeln“ erblassen zu lassen. ( Vorausgesetzt man hat einen Instruktor vom Range eines Herbert Kaufmann dabei, der einem die richtige Linie zeigt und auch sonst nicht mit Tipps geizt ).

Was die gebückte Fraktion auf ihren übermotorisierten 1000ern des gleichen Herstellers dort mit den Sportreifen angestellt hat, lässt sich eigentlich nicht beschreiben.

Auf jeden Fall haben die Jungs, ( mit einem gewissen Tim Röthig als Instruktor ), auf ihren Straßenreifen ein dermaßenes Feuerwerk abgebrannt, dass die Italiener nach jedem Turn gekommen sind um sich zu vergewissern, dass die immer noch mit Straßenreifen unterwegs waren.

Der Heitzer aus dem GS-Forum hat geschrieben:

Interessant war für mich vor allem, wie sich die Reifen verändert haben und welche Unterschiede die nach 2 600 Km darunter (nicht 200 sondern) 280 km Mugello nun zeigen.

Zu Beginn des Tests gab es nur leichte Unterschiede und alle haben sich schwer getan, da einen Reifen besser oder schlechter als Andere zu finden. Diese Unterschiede waren Aufstellneigung, Handlichkeit, Einlenken, Spurstabilität, aber alles in einem solchen Rahmen, dass man das als persönliche Vorliebe bewerten kann und muss, nicht als Ausschlusskriterium.

Nach einigen Kilometern hat nun zwar jeder seine persönlichen Favoriten gefunden, aber bei einigen haben sich manche Eigenschaften verstärkt, manche traten erst zutage.

Eines haben aber alle Reifen auch zu Ende des Tests: Mehr Grip im Trockenen als das Motorrad auf die Straße bringen kann, da irgendwelche Teile aufsetzen und Nassgrip, der die Traute der meisten übersteigt.

Ich fass mal schnell meine Eindrücke zu den Reifen zusammen und zwar zu Ende des Tests, bzw. als ich sie zum letzten Mal gefahren habe:

Continental Road Attack2
Keine Veränderung ggü. Testbeginn, maximalen Grip unter allen Umständen, spurstabil, leicht einzulenken, keine Aufstellneigung beim Bremsen des Vorderrades in Schräglage. Reagiert sofort und präzise auf Lenkbefehle. Rein optisch scheint einiges an Gummi auf den Straßen geblieben zu sein.

Pirelli Angel ST
Der Reifen war auf einer unverkleideten Bandit montiert. Man hat mir erklärt, dass die fehlende Verkleidung Einfluss auf das Fahrverhalten haben kann, da der Fahrtwind am Fahrer angreift und diesen als Segel nutzt, was den Reifen entlastet und handlicher wirken lässt. Mir persönlich war das zuviel Unruhe im Vorderrad, auch auf der Rennstrecke, wo wir in Leder (also weniger Segel gesetzt) und teilweise auch nach vorne kauernd auf dem Mopped saßen, ist mir das negativ aufgefallen. Der Reifen selbst hat aber in Kurven und am Ende der Geraden beim Bremsen gezeigt, dass er sich in Sachen Grip vor den anderen Kandidaten nicht verstecken muss! Ungefähr die Hälfte der Tester hat das ebenfalls so gesehen, die andere Hälfte fuhr Reifen und Motorrad sehr gerne. Aufgrund des Motorrads sehe ich meine Einschätzung des Reifens also nicht als endgültig an.

Das gilt auch für den
Metzeler Z8 Interact
Dieser Reifen hat auf mich einen guten Eindruck gemacht, ich habe ihn nur einmal auf der Autobahn gefahren und einmal auf der Landstraße. Ich war mit dem Reifen zufrieden, mir ist nichts aufgefallen, was ich bemängeln würde. Auf der Autobahn war er der Spurstabilste von allen, auf der Landstraße hat er ohne besonderen Kraftaufwand brav eingelenkt, und ließ sich zielgenau dirigieren.

Dunlop Roadsmart
hat sich auch über gesamten Testverlauf nicht verändert. Top-Grip im Trockenen und im Nassen. Mich persönlich stört aber die Aufstellneigung beim Bremsen. Mancher mag das, ich nicht. Wenn man das weiß und Kurven ausschließlich oder zu Ende des Anbremsens nur mit der Hinterradbremse anbremst, wird man mit dem Reifen seine Freude haben. Die Krümel rechts und links auf dem Foto sehen sehr spektakulär aus und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass das zu einem großen Teil mein Werk war. Die Reifen der drei richtig schnellen Fahrer, hatten nämlich kaum Krümel und sahen nicht so „angestrengt“ aus wie die Reifen der „Endverbrauchertester“

Bridgestone BT023
Die Japaner haben einen echten Konkurrenten gebacken. Die anfängliche „Handlichkeit“ hat sich nach den ersten Kilometern gegeben, der lag zu Ende des Tests satt auf der Straße, ließ sich nicht von Längsrillen und Asphaltstößen beeindrucken und lenkte leicht und präzise ein. Ich habe ihn gestern Vormittags zuletzt gefahren und hatte extrem viel Spaß damit. Blickführung und Gasgeben war alles um die Passstraße regelrecht wegzuschnupfen. Keinerlei Aufstellneigung, keine Unruhe im Fahrwerk. Auf der 1250er eine Super-Vorstellung

Michelin Pilot Power
Dieser Reifen hat wie die anderen Reifen Grip in allen Lagen, der Komfort ließ allerdings mit zunehmender Laufleistung nach. Zunächst lief er Längsrillen nach, heute Vormittag war auch die Spurstabilität bei hohen Geschwindigkeiten nicht mehr auf dem Niveau der Mitbewerber. Jede Änderung der Körperhaltung, die den Oberkörper anders in den Wind stellte, leitete Unruhe in die Fuhre, das konnten die anderen besser.

Michelin Pilot Road 2 CT
Dieser Reifen hat seine Richtungsstabilität sogar noch etwas mehr eingebüßt, möglicherweise hat der Tourenreifen die hohen Temperaturen auf der Rennstrecke, für die er eigentlich auch nicht gedacht ist, nicht so weggesteckt wie der PiPo, der eher für Supersportler gedacht ist, gegen Testende aber seine anfänglich gute Form auch nicht auf dem hohen Niveau halten konnte.

AVON Storm2
Für mich die absolute Überraschung im Test. Der Underdog hat eine Klasse Vorstellung abgegeben und hielt seine Form auf dem hohen Niveau bis zu Testende durch, lediglich eine geringe Aufstellneigung ist mir aufgefallen, aber bei weitem nicht so ausgeprägt wie beim Dunlop. In der getesteten Größe eine echte Alternative!

Meine persönliche Rangliste für Reifen in der Größe 120/70/17 vorne und 180/55/17 hinten auf der Suzuki GSX1250FA:

Continental RoadAttack2 und BridgestoneBT023 sind für mich gemeinsam die Reifen, die mir am besten gefallen haben. Der Conti etwas weicher und satter, der Bridgestone minimal direkter

Direkt dahinter und eigentlich fast gleichauf der Avon Storm 2, der aber eine geringe Aufstellneigung hat.

Dieser Effekt führt den Dunlop Roadsmart auf den nächsten Platz.

Den Metzeler Z8 Interact einzureihen ist fast ein bisschen unfair, da er nicht die volle Distanz mitgegangen ist, aber ich habe den nur zweimal gefahren.

Der Pirelli Angel ST hat den Nachteil gehabt, auf einem unverkleideten Motorrad laufen zu müssen. er konnte also möglicherweise seine Eigenschaften nicht auf vergleichbaren Motorrädern zeigen. Da er das dann eben auch nicht getan hat, konnte er sich für mich nicht weiter vorne platzieren.

Der Michelin Pilot Power schlägt seinen Markenkollegen Michelin Pilot Road 2 CT nur knapp, aufgrund des gegen Testende nachlassenden Komfort-Verhaltens konnten sie die Mitbewerber auch nicht von den vorderen Plätzen verdrängen.

Laufleistungen
bzw. Verschleißwerte kann ich im Moment noch nichts Definitives sagen, die Reifen wurden vor und nach dem Test gemessen, das Ergebnis werde ich nachreichen, sowie es verfügbar ist.
Rein optisch scheint der CRA2 am meisten verloren zu haben, der BT023 und der Pirelli haben noch wesentlich mehr auf den Rippen, die anderen Reifen liegen irgendwo dazwischen!

Rudi aus dem R1 Forum hat geschrieben:

Der Metzeler Sportec M5 und der Pirelli Diablo Rosso funktionieren für sich gesehen einwandfrei und unauffällig bei allen Bedingungen , der Sportec M5 ist nur sofort nach dem losfahren extrem träge und muss echt mit Kraft in die Kurve gewuchtet werden, das fiel umso mehr auf, weil der halt immer hinter dem Pilot Power Pure zu fahren war, der der Handlichste unter den 4 Testkandidaten war. Auf der Renne sind die beiden Reifen nach einer Aufwärmrunde ebenso mit schönem Handling zu fahren, haben aber am Ende des Turns nachgelassen und fingen leicht zu schmieren an, was aber absolut ungefährlich war und sich schön langsam angekündigt hat.
Trotzdem würde ich die beiden auf eine Stufe auf Platz 2 stellen.

Der Michelin Pilot Power Pure und der Bridgestone BT016Pro sind beide auf Ihre Art die Nummer 1,
und zwar je nach Einsatzgebiet. Für Leute, wie mich, die eher Schönwetterfahrer sind und zügige Kurven lieben auf jeden Fall der Bridgestone BT016Pro, der Reifen funkte auch im Regen und im Kalten, und war auf der Renne auch sicher der beste Reifen, schön sattes Gefühl und kein Nachlassen.

Bei häufigeren Regenfahrten und/oder Geläuf mit engeren Kurven würde ich den Michelin Pilot Power Pure als Nummer 1 sehen, der Reifen ist im Kalten und Nassen imho der Bessere und macht die ohnehin schon handliche Kilogixxer echt so handlich, dass man denken könnte, es ist eine 600er. Die oft gelesenen Probs mit dem Reifen konnte ich auf der Kilogixxer mit dem serienässigen Format 190/50 am Hinterreifen nicht nachvollziehen.

Die K9 ist , auch wenn ich dafür hier möglicherweise keinen grossen Applaus ernte, echt ein sehr gutes Motorrad, schön handlich und der Motor hat untenrum richtig Druck, obenrum kam mir vor, dass der Motor zugeschnürt war, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Auch das Fahrwerk war sehr harmonisch und der Serien-LD funkt bei dem Teil im Gegensatz zu meinem RN12-LD auch gut. Aber keine Angst, ich werde mit trotzdem keine holen

Am Ende möchte ich mich beim Veranstalter http://www.mopedreifen.de/ für die geile Veranstaltung,
Suzuki Europe für die Bikes und Bodo, Herbert Kaufmann und Tim Röthig für die super persönliche Betreuung bedanken.
Und natürlich auch noch den Testkollegen für die launige Stimmung und die schöne Zeit.

Der Kollege aus der Pfalz hat geschrieben:

Bridgestone BT 016 Pro
Für mich der Sieger, auf der Rennstrecke von allen Reifen klar vorne, verwöhnt auf der Strasse mit absolut neutralem Handling bei jeder Witterung und jedem Belag,
die Eigendämpfung vielleicht ein Tick härter als der Pilot Pure. Sah vom Verschleiß bei der Rückkehr sehr gut aus (Meßergebnisse folgen noch).
Ein Reifen den ich empfehlen kann und auf der RN 19 meiner Frau auch selbst ausprobieren werde

Michelin Power Pure
Der zweite Sieger in meinem Ranking, was mich selbst überrascht hat. Ich hatte den Power Pure mit 55er Querschnitt auf meiner RN 12 und war absolut enttäuscht: Nervös,
klappt das Vorderrad unvermittelt ein, kein Vertrauen da. Auf der GSX-R 1000 L0 war jetzt bei allen Reifen der 50er verbaut und siehe da, alle positiven Eigenschaften, die ich vom
Pilot Power kenne, waren auch beim Pilot Pure wieder zu erkennen: Sehr agil, lenkt im engen Geläuf aus der Reifenmitte wie von selbst ein, perfekte Kalt- und Naßlaufeigenschaften.
Dem Hang Spurrillen oder Fahrbahnmarkierungen hinterherlaufen zu wollen hat er übrigens nicht so ausgeprägt wie der Power, auch zum Ende des Tests

Metzeler M5 Interact und Pirelli Diablo Rosso
können meiner Meinung nach ihre gemeinsame Herkunft nicht verleugnen. Beide möchten erst warmgefahren werden, bevor sie richtig funktionieren,
sind dann aber beide neutral und leicht zu fahren. Daher dürfen die Beiden hinter Bridgestone & Michelin bei mir mit aufs Treppchen.

Ein paar Links von den Tourenreifen- Testern füge ich hier schon mal ein, die Gesamtliste und auch die Ergebnisse aus den Testberichten und den Verschleiß reiche ich Euch nach.

Ein paar Dinge wurden mir während des Tests bewußt:
ALLE Reifen haben während der teilweise wintertesttauglichen Bedingungen einwandfrei funktioniert und den schlechten Reifen gab es bei diesem Test nicht.
Wie sagte einer meiner Mittester: Wenn der Sieger 100 Punkte hat, bewegt sich der „Letzte“ zwischen 80 – 85Punkten, und dem kann ich nur zustimmen.
Wer mir zukünftig erzählen will Reifen X ist bei Nässe und Reifen Y ist bei Kälte unfahrbar, werde ich nur noch milde anlächeln und ihm einen Keks anbieten.
Im Regelfall ist der Fahrer die Grenze des Machbaren und nicht das Moped oder die Reifen, die können bei den Meisten mehr als ihr Herrchen oder Frauchen.

Die SUZUKI GSX – R 1000 L0 war ein schöner Begleiter, die selbst knapp 2m Menschen wie mir eine halbwegs angenehme Haltung erlaubt hat, mit einer schönen linearen Leistungsabgabe aufwartet und dem Fahrer sehr schnell zeigt „Wir sind ein Team, lass´ uns Spaß haben“

Ich möchte mich ganz herzlich bei Ursula und Birgit für den Gepäcktransfer und die Betreuung unseres Kindergartens bedanken, Bodo und http://www.mopedreifen.de für die Durchführung dieses Tests,
den Reifenherstellern, die das ganze mit getragen haben, SUZUKI International Europe für die Motorräder, Herbert Kaufmann als Tourguide mit der dicken Berta und ganz besonders mein Dank an Tim Röthig,
der uns Gebückten immer zuverlässig den Weg gewiesen hat und den ich Abends als sehr symphatischen und netten Menschen kennen gelernt habe.
Und natürlich auch Danke an alle Mittester, die sich sehr schnell als Gruppe verstanden haben und wir zusammen ein tolles Event erleben durften.

Das Testtagebuch von www.mopedreifen.de finden Sie –> hier

Die Auswertung der Fahreigenschaften gibt es –> hier

Und die Verschleißwertung lesen Sie –> hier